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zu AHOAR
"Ziseliere Melodien von gestrichenem Kontrabass und irakischer Spießgeige
verweben sich zu einem zarten Gespinst. Langsam variieren sie das Tempo
und verdichten die Noten, vorsichtig setzt ein Rhythmus vom Schellentamburin
ein, begleitet von sparsamen Klaviermotiven. Die kammermusikalische Ästhetik
bleibt auch in einer Improvisation gewahrt, in der die Geige eine Struktur
vorgibt, zu der die übrigen Musiker assoziieren. Später übernimmt in einigen
Balladen der Sänger die Führung. Im klassich arabischen Stil vermitteln
langgezogene Glissandos, starkes Vibrato und insistierende Aufschwünge
kunstvolle Dramatisierung. Klavier oder Geige nehmen die verzierten Melodien
der Stimme in Unisonos auf und abstrahieren sie. Mit feiner Präzision greifen
die Instrumente ineinander, mit großer Sensiblilität für Details. "Mesopotamien
Jazz" nennen die Musiker den eigenständigen Klang von Ahoar, der ihre Biografien
ebenso reflektiert wie den individuellen Stilwillen. Saad Thamir und Bassem
Hawar mussten vor Jahren ihre Karrieren als Konzertmusiker und Dozenten
in Bagdad aufgeben und leben seitdem in Deutschland. ... Eine einzige Session
brachte die elektrisierende Erkenntnis, dass arabischer Maqam-Gesang und
moderner Jazz eine Einheit bilden können. Ein Name fand sich bald: Ahoar.
Das gleichnamige fruchtbare Sumpfland im südirakischen Delta von Euphrat
und Tigris sollte als Metapher für die neue musikalische Schlingpflanze
stehen. ... Für seine hintergründige Musik erhielt Ahoar zu Recht 2007
den deutschen Weltmusikpreis "Creole". (FAZ 13.2.2007) |
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